Mittwoch, 30. Dezember 2009
I wanna be daylight in your eyes
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Frohes Fest
es sind sportliche 25 Grad, die Sonne scheint, ein paar Wolken und ein laues Lueftchen vom Atlantik machen die Temperaturen ertraeglich. Es ist Weihnachten.
Obwohl ich dieses Jahr doch unter denkbar ungewohnten Umstaenden feiern werde, bin ich gespannt was mich erwartet.
Christoph und ich feiern bei den Roerkohls, einer deutschen Familie aus Windhoek, die uns freundlicherweise ueber die Weihnachts- und Neujahrfeiertage zu sich nach Hause eingeladen hat. Wir werden den Abend mit einem ueppigen Abendessen, einer kleinen Bescherung und anschliessender Christmette begehen, aehnlich wie zu Hause, und doch auch komplett anders.
Ich moechte auf diesem Weg allen Mitlesern, Mitfiebernden und Unterstuetzern ein wenigstens genau so aufregendes, wie entspanntes Weihnachtsfest wuenschen und hoffe, dass es in Deutschland entweder zuenftig schneit oder es genau so wunderbar warm sein wird wie hier (, denn alles andere ist wie gewollt und nicht gekonnt...).
Ein frohes Fest an Alle!
Euer Fredi
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Delphinalarm in der Mole
Vorgestern sassen Christoph und ich im Strandcafe und fuehrten uns all die Leckerlitaeten zu Gemuehte, die man hier in Swakopmund so bekommt (Schwarzwaelder Kirschtorte, Kaesekuchen, ...), da erspaehten wir doch tatsaechlich eine Rueckenflosse im Schwimmerbereich der Mole. Die Mole ist ein durch einen aufgeschuetteten Wall vor Wellen und Stroemungen geschuetzter Bereich, in dem man ganz entspannt ein bisschen schwimmen kann - so nicht vorgestern.
Zuerst geriet ich etwas in Panik in der Vorstellung, es koennte sich um Haie handeln, dunkle Erinnerungen an den RTL-Blockbuster "Haiarlam auf Mallorca" wurden wach.
Aber dann huepften ein paar herumtollende Delphine aus dem Wasser und wieder hinein, sodass die Badegaeste und ich uns dieser froehlichen Tiere in unmittelbarer Strandnaehe erfreuten und das seltene Naturschauspiel beobachteten.
Obwohl einige Badegaeste einfach weiter im tiefen, delphinversaeuchten Wasser blieben, ist nichts passiert (leider, wie wir Sensationstouristen dachten).
Weitaus schlimmer sind da schon die aus Lichtschlaeuchen geformten Weihnachtsrobben- und delphine, die abends an den Laternen angebracht fuer Weihnachtsflair sorgen sollen.
Vielleicht bin ich da ein bisschen durch den nah an der Weihnachtsgeschichte gehaltenen Weihnachtsschmuck aus Deutschland verwoehnt, vielleicht machen Schlitten und Rehntiere im schneearmen Afrika aber auch einfach nicht so viel her wie in Deutschland, ich weiss es nicht...
Was soll's, solange die Delphine sich weiterhin zu den Schwimmern gesellen, duerfen sie auch weiterhin Laternen und Schaufenster besudeln.
Dienstag, 22. Dezember 2009
Kleindeutschland in Afrika
ich bin in Swakopmund und es ist Urlaub pur! Seit nunmehr 6 Tagen nutzen Christoph und ich unsere Sommerferien um am Strand am Atlantik zu liegen, die Namibawueste zu erkunden oder einen Ausflug ins 30km entfernte Walvis Bay zu unternehmen.
Dabei kommt besonders deswegen Urlaubsstimmung auf, weil das Ambiente, also die Strandpromenade, die Einkaufspassagen und vor allem die Besucher stark an einen Mix aus Mallorca und Ruegen erinnern. (Fauna und Flora: Mallorca, Gaeste und Einkaufspassagen: Ruegen)
Es sind fast ausschliesslich Deutsche und Afrikander, also weisse afrikaanssprechende Afrikastaemmige unterwegs, was insofern angenehm ist, als dass man nicht (wie in Windhoek) an jeder Strassenecke um ein paar Dollar angehauen wird. Auch muss man nach Einbruch der Dunkelheit nicht fuerchten ueberfallen zu werden, da der Township weiter ausserhalb liegt.
Swakopmund ist ein echtes Zeugnis deutscher Kolonialgeschichte und Sued-Afrikanischer Besatzung, was anhand der zahlreich vertretenen Kolonialarchitektur und Kriegsdenkmaeler (, die an die deutschen Gefallenen erinnern) und des ausgelagerten Townships unschwer zu erkennen ist.
Irgendwie scheint das heutige Afrika hier noch keinen Einzug erhalten zu haben, was im ach so vorbildlich entwickelten Namibia etwas verwundert.
Nichts desto trotz geniessen Christoph und ich unsere noch verbleibenden Tage bis Neujahr und lauschen noch ein wenig den teils offenkundig, teils versteckten rassistischen Aeusserungen der Einheimischen...
Heil Swakopmund
Samstag, 12. Dezember 2009
Safety First!
Gerade komme ich mit Christoph von unserem allmittaeglichen Kaffeekraenzchen bei "Mugg & Beans" und bin noch voellig irritiert: Sollte ich mir vielleicht auch lieber einen roten Travelrucksack mit integrierter Trinkwasserversorgung zulegen und (!) ihn mir auf die Brust schnallen, damit ich ihn immer im Blick habe? Sandalen mit Vibramsohle und Kahkihosen mit Ripstop kaufen, dazu ein schickes kurzaermliges Baumfaellerhemd (110% atmungsaktiv)? In der einen Hand den Reisefuehrer, in der anderen eine ans Handgelenk gebundene Kamera, insofern sie leichtsinnigerweise ihren Verwahrungsort in der Kameratasche am Guertel verlassen hat? Die verspiegelte Sonnenbrille mit Sicherheitsbaendchen um den Hals tragen?
Aaeh, nein.
Freitag, 11. Dezember 2009
Ab an die Kueste
am Dienstag geht das dann 300km gen Westen!
Nachdem uns unsere deutsche informelle Gastfamilie in ihr Ferienhaus in Swakopmund eingeladen hat, lassen Christoph und ich uns nicht lumpen und werden dieser Einladung am Dienstag gerne nachkommen.
Swakopmund ist mit seinen 32.300 Einwohner keine klassische Grossstadt, hat aber, mehr noch als Windhuk, einen Haufen deutscher Kolonialarchitektur zu bieten, was zugegebenermassen kein Kriterium beim Reiseziel war.
Das Staedtchen liegt zwischen Atlantik und der Namib, der Wueste, der Namibia ihren Namen zu verdanken hat, und hat deswegen ein fuer die namibische Sommerzeit ungewoehnlich kuehles (angenehmes) Klima. Das ist auch einer der Gruende, warum alle Deutsch-Namibier, die es sich leisten koennen, um die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage nach Swakopmund ausschwaermen.
Leider ist nicht nur die Architektur dort sehr deutsch, sondern vor allem auch die Bevoelkerung. Mein Reisefuehrer verraet, dass boese Zungen behaupten Swakopmund sei deutscher als Deutschland.
Christoph und ich stellen uns also auf ein paar wohl klimatisierte Dezemberfeiertage ein und hoffen, dass uns Klein-Deutschland nicht schon nach den ersten Tagen auf die Nerven geht.
Zur deutschen Mentalitaet in Namibia an anderer Stelle mehr...
Gruesse aus dem nie heisser empfundenen Namibia,
Flendrik
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Ueberraschungen bei der Wahl...
... gab es auch beim 5. Wahlgang der namibischen Geschichte keine.
Die Ergebnisse zeigen wohl relativ deutlich, dass in Namibia zwar ein Mehrparteiensystem verfassungsmaessig festgehalten ist, die Namibierinnen und Namibier aber noch immer nicht vergessen haben, wer sie zur Unabhaengigkeit gefuehrt hat.
Allerdings bleiben Zweifel, in wie fern diese Wahl fair verlaufen ist, zumindest die deutsche regierungskritische „Allgemeine Zeitung“ wittert seit (und vor) den Wahlen Betrug. Beispielsweise hat jeder Waehler nach seiner Wahl die Fingerkuppe mit einer speziellen Tinte beschmiert bekommen, die unter ultraviolettem erkennbar sein sollte, damit niemand auf die Idee kommt, doppelt zu waehlen. Scheinbar sind aber doch ein paar ausgeschlafene Waehler auf diese Idee gekommen, da zwei Wahlbezirke nicht gewertet werden konnten, weil es mehr Stimmen als Wahlberechtigte gab. Dazu will eine der Oppositionsparteien „eidestattliche Beweise“ haben, dass die Tinte mit Wasser und Seife abzuwaschen sei.
Dazu kommt, dass die Wahlurnen alle die gleiche Seriennummer hatten, was einen Austauch zumindest ziemlich erleichtert. Schon im Vorhinein sind im Norden des Landes (, der nahezu gaenzlich der SWAPO anhaengt), Wahlurnen gefunden worden, in denen bereits Stimmzettel waren.
Der zwischenzeitliche Stromausfall in einigen Wahllokalen im Norden des Landes setzt dem ganzen noch die Krone auf. Stromausfaelle gab es uebrigens bisher bei jeder Wahl, was den objektiven Wahlbeobachter doch ein wenig skeptisch stimmt.
Hier die Wahlergebnisse:
1. SWAPO: 74,29%
2. RDP: 11.16%
3. DTA: 3,13%
Dank einer Zweidrittelmehrheit und einer ziemlich zerspaltenen Opposition (es gibt in Namibia fuer ca. 800.000 Wahlberechtigte eine Auswahl von ueber 15 (!) Parteien) darf die SWAPO sich also 5 weitere Jahre angenehmsten Gesetzgebungskompetenzen erfreuen.
Es lebe die Demokratie!
Leoparden- und Gepardenfuetterung
Nebenan im Leopardenressort hatte man sich was ganz verruecktes ausgedacht. Es wurde ein Rinderschenkel an einen 3m ueber dem Erdboden befindlichen Ast gedrahtet und dann abgewartet, bis sich einer der Leoparden elegant wie eine Spitzmaus den Baum hoch schlaengelte, um dann noch auf dem Ast den Rinderschenkel zu vernaschen.
Echt stark, diese Raubkatzen!
(Fotos folgen)
Freitag, 4. Dezember 2009
Visumsodyssee (2)
"Studienerlaubnis???", fragt sich der gewiefte Leser jetzt und ist voellig verwirrt.
Wir haben eine Studien- und keine Arbeitserlaubnis beantragt, weil man fuer eine Arbeitserlaubnis beispielsweise die Stellenanzeige einer Zeitung nennen muss, die den Arbeitsplatz anbietet. Da es in Oshipeto und Umgebung aber keine Zeitung gibt, gestaltet sich das ein bisschen schwierig.
Wir duerfen jetzt bis 12.03.2010 hier bleiben und studieren, was erstmal beruhigend ist, wenn auch umstaendlich. Denn direkt nachdem Christoph und ich Ende Februar aus Ghana bzw. Tansania zurueckkommen, geht der ganze Zirkus wieder von vorne los.
Naja, das Leben ist auch in Namibia kein Ponyhof und das Innenministerium kein D-Zug.
In diesem Sinne,
Fredi
Montag, 30. November 2009
Neuer Volunteer aus Deutschland/ Touri-Invasion
Leider ist er gerade zur Weihnachtszeit (= Touristenzeit) und waehrend den Wahlen angekommen, was die Strassen in Windhoek zu einem echten Abenteuer macht.
Auf der einen Seite sieht man ueberdurchschnittlich viele dickbaeuchige Mittfuenfziger, die mit Safarihut, am Guertel befestigen Kamerataschen und Sonnenbrille mit Sicherheitsbaendchen in Kahkihosen und Baumfaellerhemden durch die Strassen ziehen und im Grunde nur vergessen haben, sich "Touri" auf die Stirn zu schreiben, um wenig spaeter ueberfallen zu werden.
Auf der anderen Seite sorgen die Wahlen dafuer, dass sich viele Einheimische der partyaehnlichen Wahlstimmung hingeben und spaetestens nachmittags betrunken sind, weswegen man den Township und auch bestimmte Gegenden der Innenstadt meiden sollte.
Direkt am Mittwoch sind Thomas und ich, im Zoo Park sitzend, erst auf die uebliche Tour angesprochen worden ("Ay, deuitsch, ja? Stuttgart, Munschen, Cologne. Ik spreke en bischen Deuitsch.") und dachten, nachdem er das uebliche "Do you have a Dollar for me?" losgelassen hat, macht er sich schon wieder vom Acker.
Doch als er einfach nicht gehen wollte, aber wir stattdessen, nahm er die von Beginn an neben sich gelegte, an einen kleinen Ast gebundene Skalpellspitze in die Hand und drohte uns besser nicht aufzustehen. Als er dann nach einiger Zeit feststellen musste, dass bei uns nichts zu holen ist, half er uns ploetzlich uebertrieben freundlich auf die Beine und verschiedete sich.
Freitag Abend, als Thomas und ich aus der Innenstadt zum etwas ausserhalb gelegenen Backpacker wollten, wurden wir ploetzlich von drei finster drein blickenden Gestalten umrundet, die erst nur noch ein paar Dollar fragten, aber immer naeher kamen und aufdringlich wurden, obwohl wir einfach weiterzugehen versuchten.
Gluecklicherweise gesellte sich irgendwann ein anderer Kerl dazu, der die Boesen dazu brachte sich vom Acker zu machen. Ich verliebte mich kurz in diesen Menschen, da er so lange bei uns stehen blieb, bis wir in irgendeinem Taxi davon fuhren. Er meinte, dass wir, wenn wir einfach weiter gegangen waeren, vermutlich irgendwo ueberfallen worden waeren.
Am naechsten Tag wurde mir erzaehlt, dass unser Retter vermutlich ein Polizist in Zivil war, welche waehrend der Wahlen und der Weihnachtszeit zu Hauf im Einsatz sind.
Eine gute Sache, wie ich meine!
Donnerstag, 26. November 2009
Visumsodyssee
Montag sind wir nach knappen zwei Stunden im Stasibau der Home Affairs ziemlich frech abgefertigt worden, indem man unsere (schon x-Mal kopierten Unterlagen) kopiert und dann gesagt hat, WIR melden uns dann, IHR macht erstmal gar nichts.
Da wir die Pappenheimer hier aber mittlerweile kennen, sind wir verrueckterweise gestern einfach nochmal aufgelaufen und haben gesagt, der Erzbischhof persoenlich haette uns geschickt, um den Fortschritt unseres Antrags fuer eine Arbeitserlaubnis zu pruefen.
Endlich fuehrte die Dame von Montag uns genervt zu einer anderen Dame, der wir unser Anliegen nochmal von Vorne vortragen mussten. Diese schien etwas engagierter zu sein, rief aber erstmal bei den Ordensschwestern an, um zu fragen, ob wir wirklich von der Kirche sind. Nachdem das bestaetigt war, hat sie unsere Unterlagen geprueft und versprochen, dass unser Fall naechste Woche Dienstag beim allwoechentlichen Kaffeekraenzchen besprochen wird.
Soweit waren wir schon vor zwei Monaten, als man entschied besser erst noch unsere (vor vier Monaten abgeschickten) Visumsunterlagen aus Deutschland abzuwarten.
Wir warten einfach mal entspannt ab und hoffen, dass es bis zum 03.12.09 entweder eine Verlaengerung des Touri-Visums gibt oder die lang ersehnte Arbeitserlaubnis.
So far,
Fredi
Montag, 23. November 2009
Wahlen in Namibia
In Namibia herrscht Demokratie, und das in Form der seit Namibias Unabhaengigkeit unangefochtenen Partei SWAPO (South West African People's Organisation).
Am 27. und 28. November dieses Jahres wird, wie alle fuenf Jahre, mal wieder die SWAPO gewaehlt, was in ganz Namibia zu mehr oder weniger friedlichen Kundgebungen fuehrt, bei denen die SWAPO eindrucksvoll ihre Vormachtsstellung demonstriert.
Als wir vor zwei Wochen zufaellig waehrend eines Parteitreffens der oppositionellen RDP (Rally for Democracy and Progress) in Outapi waren, konnten wir ganz gut sehen, wie lebendig solche Treffen in Namibia abgehalten werden. Diese Treffen sind eigentlich viel treffender mit "Parteiparty" zu umschreiben, denn grob geschaetzte 1000 Anhaenger der RDP standen in den entsprechenden Farben und Hueten am Strassenrand und jubelten dem nicht enden wollenden Tross der uebervollbesetzten PKWs, Pick-Ups und LKWs mit weiteren Anhaengern der Partei zu. Erst dachten wir es sei ein Treffen der SWAPO, denn wir kamen aus dem Teil der Region, den die in gleich grosser Zahl vertretenen SWAPO-Anhaenger abzusperren versuchten, da die eigentliche Kundgebung in diesem Teil stattfinden sollte. In den Farben der SWAPO (und der namibischen Flagge) - gruen, rot, blau - standen die Leute auf der Strasse, jubelten und zerrissen die ueberall herumfliegenden Plakate des Praesidentschaftskandidaten der RDP.
Was erst nach friedlichem Herumjodeln und Papierverschwendung aussah, entwickelte sich wohl spaeter noch zu einigen handfesten Krawallen, bei denen Steine flogen und einige der Demonstranten verhaftet wurden, wie wir am naechsten Tag in der Zeitung lesen konnten.
Die Swapo hat deswegen eine solche Vormachtsstellung inne, weil sie den suedafrikanischen Besatzern zwischen 1960 und der Unabhaengigkeit 1990 erst friedlichen, dann bewaffneten Widerstand leistete. Sie setzte sich fuer die Arbeiter ein und war somit die erste "Gewerkschaft" Namibias, und damit ruehmt sie sich bis heute. Der Gruender der SWAPO und erster Praesident Namibias, Sam Nujoma, ist heute ein echter Volksheld, auf den die Namibier nichts kommen lassen.
Als ich Lehrer in Ruacana war, haette ich fast die Ehre gehabt ihn zu treffen, da er gerade in der Stadt war und anschliessend eigentlich die neu eroeffnete Schule besichtigen wollte, an der ich unterrichtete. Leider zog sich das Treffen mit dem Buergermeister der Stadt aber derart in die Laenge, dass sein Konvoi ohne jedes Treffen mit der Schule oder mir davon zog. Als ich mit meinen Schuelern zu diesem Anlass ein kleines Brainstorming zu Sam Nujoma machte und irgendwann fragte: "Stimmt es, dass Sam Nujona korrupt war?", war's ploetzlich still in der Klasse, wobei die Schueler erst mit allerhand Detailwissen aufgetrumpft hatten. Irgendwann meinte einer der Schueler zwar hoeflich aber bestimmt:"Ay, weder Du weisst es genau, noch wir wissen es genau, drum frag einfach was anderes." Gut, dachte ich, fragst du besser wie viele Kinder er aus brennenden Haeusern geholt und wie vielen alten Frauen er ueber die Strasse geholfen hat.
Als ich spaeter mit Sacky, unserem namibischen Mitbewohner, darueber geredet habe, meinte er, dass er wohl relativ offensichtlich korrupt war (und ist), dies aber aufgrund seines Status als Gruendungsvater ignoriert wird. Zudem hat er die Verfassung mal kurz geaendert, um an seine zweite Amtsperiode noch eine dritte zu haengen. Nichts desto trotz ist und bleibt er als Gruender der SWAPO wohl zurecht der namibische Thomas Jefferson...
Das Lob der Einheimischen auf der einen Seite, die Kritik der Auslaender in Namibia, aber auch einigen Einheimischen auf der anderen: Die SWAPO um den derzeitigen und kuenftigen Praesidenten Hifikepunye Pohamba wird das Rennen machen und nach dem vorletzten Ergebnis (76,3%) und des letzten (76,1%) wieder mit absoluter Mehrheit den Grossteil der 72 Sitze im Parlament besetzen. Auch wenn ich kein Namibiaexperet bin, will ich mal verrueckt sein und das Wahlergebnis voraussagen: Die SWAPO gewinnt mit 77,2%.
Sehr schoen, nachdem ich jetzt den Grundstein fuer mein Expertendasein - sollte ich Recht behalten - gelegt habe, moechte ich Euch wieder in den Rest des Internets entlassen und einen hoffentlich noch kommenden Winter wuenschen.
Bis die Tage,
Fredi
Samstag, 21. November 2009
Ab in die Ferien
Freitag, 6. November 2009
Kurzausflug nach Windhuk
Da wir Mittwoch Abend noch eine Bleibe finden mussten und in dieser Woche ganz Windhuk ausgebucht zu sein scheint, waren dementsprechend alle guenstigen Hostels ausgebucht, sodass wir notgedrungen in einer relativ gehobenen Pension schlafen "mussten".
Ungeachtet der Mehrkosten, war es der Himmel auf Erden! Seit langem konnten wir so mal wieder warm duschen, TV gucken, die Zimmerbar nutzen und abends am Pool die Seele baumeln lassen.
Die vergangene Nacht konnten wir dann doch in einem der guenstigen Hostels in einem 4-Bett Zimmer verbringen, das wir gluecklicherweise fuer uns hatten. Aber auch hier laesst es sich aushalten. Es gibt einen Pool, einen Billardtisch und eine Dusche, bei der nur das heisse Wasser geht, sie ist also ohne ausgesprochen schnelles drunter- und wieder weg ducken und ohne Hautverbrennungen 2. Grades nicht zu benutzen. Irgendwie kann man sich mit viel Geduld und schnellem Umherspringen aber trotzdem abduschen.
Unsere Arbeitserlaubnis scheint irgendwie nicht so richtig auf den Weg zu kommen, denn die Jungs ausm Aussenministerium haben noch immer nichts von sich hoeren lassen. Da wir aber ab dem 3. Dezember kein gueltiges Visum mehr haben, wird es langsam eng. Ueber 3 Ecken sind wir auf eine hauptberufliche Visumsbeschafferin gestossen, die die Sache jetzt in die Hand genommen hat und hoffentlich bis zum 22.November - dann sind wir wieder in Windhuk - Erfolge verzeichnet hat.
Morgen geht's wieder zurueck nach Oshipeto.
Soweit aus Windhuk,
Fredi
Dienstag, 3. November 2009
Skandal im Sperrbezirk!
Eine der Schwestern hatte einen ca. 14 jaehrigen Jungen aus dem Hostel dabei erwischt, wie er waehrend unserer zwei taegigen Abwesenheit versucht hatte, durch das offene Kuechenfenster bei uns einzusteigen, um Brot zu klauen. Zwei Tage spaeter entdeckten wir zwei volle Bierdosen vor dem selben Kuechenfenster, die vorher noch in unserer Kuehltruhe gestanden hatten. Wir hatten das Kuechenfenster zwar dummerweise wieder offen stehen lassen, waren aber nur fuer 5 Minuten bei den Schwestern gewesen.
Der Junge, der auf frischer Tat ertappt worden ist, musste die naechsten zwei Tage Kot schueppen. So ist das im Leben, auf List folgt Mist...
Samstag, 31. Oktober 2009
Neues aus Sueden
Auch die Solarpennels, die zu schwach fuer Beleuchtung etc. sind, aber stark genug fuers Handy-, Mp3-Player und Kameraaufladen, haben wir mittlerweile fuer uns entdeckt, was die "Stromlosigkeit" erheblich angenehmer macht und eigentlich auch egalisiert.
Auch mich hat kuerzlich die afrikanische Volkskrankheit "Husten und Schnupfen" eingeholt, doch nach meinem Besuch in einer Privatklinik und entsprechenden Medikamenten, war ich nach ein paar Tagen wieder fit fuer die afrikanische Entspanntheit.
Freitag, 16. Oktober 2009
Bilder
Dienstag, 8. September 2009
Die Spannung steigt!
So oder so werden wir aber bis mindestens Donnerstag in unserem Domizil nahe dem Schwesternhaus und der Kirche verbleiben, da wir schliesslich das morgige Qualifikationsspiel (Deutschland - Aserbaidschan) nur ungerne verpassen wuerden.
So far,
Fred the Head
Sonntag, 6. September 2009
'sch bin in Windhuk
So konnten wir bisland schon Windhuk begutachten und an einer deutschen Messe teilnehmen, in der uns der deutsche Priester nach vorne bat und uns der Gemeinde vorstellte. Ein netter Kerl!
Vielleicht nutzen wir die ueberschuessige Zeit in den naechsten Tagen dazu, nach Swakopmund zu fahren und das beschauliche Staedtchen an der Atlantikkueste zu bestaunen. Allerdings ist noch kein Transportmittel gefunden, wer also kurzfristig hinfaehrt, einfach kurz durchklingeln lassen...
Soweit aus Windhuk,
Fredi
Sonntag, 30. August 2009
Gesegnet ins neue Jahr
Dienstag, 25. August 2009
Mein Projekt
Montag, 10. August 2009
Vorbereitungen über Vorbereitungen
Ein Entwicklungsdienst im Ausland ist sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis nicht ganz so unkompliziert, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Zum einen gilt es einen passender Träger, also eine Organisation zu finden, die einen in genau das Land schickt, in dem man sich gerne sozial austoben möchte. Zum anderen hat jede einzelne Organisation individuell gestaltete Bewerbungsverfahren. Die meisten verlangen ein ausführliches Motivationsschreiben, Nachweise über bisheriges soziales Engagement und den Aufbau eines Spenderkreises für das bevorstehende Projekt. Andere ein mehrtägiges Praktikum in einem Dritte Welt-Laden.
Nachdem ich mehrere Wochen damit verbracht habe, mir einen Überblick über die in ganz Deutschland angesiedelten Organisationen zu verschaffen, ging mir der Überblick langsam aber sicher verloren. Wo habe ich schon angerufen? Welche Organisation schließt sich durch meine eigenen Vorstellungen kategorisch aus und welcher Träger bietet den Entwicklungsdienst als "anderen Dienst im Ausland", also als Zivildienst an!? Ganz schön viele Dinge, mit denen man sich auf einmal auseinander setzen muss.
Irgendwann aber stieß ich via Internet auf den Mundus eine Welt e.V., ein Referat des Bistums Paderborn. Mein erstes Gespräch mit Paderborn, genauer gesagt dem Referatsleiter und Vorstandsmitglied Ullrich Klauke, ging dann auch direkt mal in die Hose. Ich leierte meine mittlerweile schon eingebrannte Begrüßung herunter und erfuhr nach den ersten konkreten Fragen von Herrn Klauke, was es heißt unvorbereitet in so ein Gespräch zu gehen.
Andere Träger hatten mich bisher mit "Da werfen Sie am besten erstmal einen Blick auf unseren Internetauftritt..." abgespeist. Das Gespräch mit Ullrich Klauke endete dann aber trotzdem positiv, denn er lud mich zum Vorstellungswochenende nach Paderborn ein. Dort lernte ich dann mein heutiges Projekt kennen, das Oshipeto Convent im Norden Namibias, an der Grenze zu Angola.
Dem folgte neben zahlreichen Treffen mit anderen Freiwilligen, insbesondere den Leuten, die schon in meinem Projekt gearbeitet haben, das fid-Vorbereitungsseminar in Bonn. Die fid (Freiwillige Internationale Dienste) ist eine in Köln ansässige Organisation, die FSJ-tler und andere Freiwillige im Ausland in einem 10 Tägigen Seminar auf die bevorstehende Aufgabe vorbereitet. Ein uneingeschränkt geiler Verein, der weiß was er macht und mir unglaublich wertvolle 10 Tage mit auf den Weg gegeben hat!
Auch wenn ich im Vorhinein kein allzu großer Freund von Seminaren und Selbstfindungsgruppen war, haben sich wirklich alle vorbereitenden Wochenenden, Treffen und Seminare 100%ig gelohnt und mir eine Idee von dem Vermittelt, auf was ich mich da eingelassen habe. Bisher kann ich sagen: „Schöne Sache, ich freu mich drauf!“ J
Dienstag, 4. August 2009
"... und warum ausgerechnet Namibia!?"
Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir diese Details erst dann aufgefallen waren, als ich schon mit dem Projekt in Namibia vertraut war, also eher Zufall als Kalkül, dass ich höchstwahrscheinlich nicht auf offener Straße erschossen werde.
Mein erstes Ziel für den Zivildienst im Ausland war Australien, der Kontinent der Surfen, der im Einklang mit der Natur lebt und so... Leider musste ich recht schnell feststellen, dass die wenigen Plätze, die eine Zivildienstanerkennung haben, schon lange vergeben waren.
Anschließend liebäugelte ich mit anderen Plätzchen der Erde, zum Beispiel Nord Amerika, oder Kanada. Aufällig ist, dass es mir erstmal so ging, wie vielen anderen auch. "Hauptsache ein Land des Westens, das nach den bekannten Maßstäben zivilisiert ist und einen bodenständigen Job anzubieten hat." Erst als ich merkte, dass gerade in solchen Ländern die Zivildienststellen rahr sind, nahm ich mich auch dem mit unendlich vielen Vorurteilen belasteten Afrika an. Dort ist es -wer hätte das gedacht? - bedeutend leichter an anerkannte Stellen zu kommen.