Mittwoch, 30. Dezember 2009
I wanna be daylight in your eyes
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Frohes Fest
es sind sportliche 25 Grad, die Sonne scheint, ein paar Wolken und ein laues Lueftchen vom Atlantik machen die Temperaturen ertraeglich. Es ist Weihnachten.
Obwohl ich dieses Jahr doch unter denkbar ungewohnten Umstaenden feiern werde, bin ich gespannt was mich erwartet.
Christoph und ich feiern bei den Roerkohls, einer deutschen Familie aus Windhoek, die uns freundlicherweise ueber die Weihnachts- und Neujahrfeiertage zu sich nach Hause eingeladen hat. Wir werden den Abend mit einem ueppigen Abendessen, einer kleinen Bescherung und anschliessender Christmette begehen, aehnlich wie zu Hause, und doch auch komplett anders.
Ich moechte auf diesem Weg allen Mitlesern, Mitfiebernden und Unterstuetzern ein wenigstens genau so aufregendes, wie entspanntes Weihnachtsfest wuenschen und hoffe, dass es in Deutschland entweder zuenftig schneit oder es genau so wunderbar warm sein wird wie hier (, denn alles andere ist wie gewollt und nicht gekonnt...).
Ein frohes Fest an Alle!
Euer Fredi
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Delphinalarm in der Mole
Vorgestern sassen Christoph und ich im Strandcafe und fuehrten uns all die Leckerlitaeten zu Gemuehte, die man hier in Swakopmund so bekommt (Schwarzwaelder Kirschtorte, Kaesekuchen, ...), da erspaehten wir doch tatsaechlich eine Rueckenflosse im Schwimmerbereich der Mole. Die Mole ist ein durch einen aufgeschuetteten Wall vor Wellen und Stroemungen geschuetzter Bereich, in dem man ganz entspannt ein bisschen schwimmen kann - so nicht vorgestern.
Zuerst geriet ich etwas in Panik in der Vorstellung, es koennte sich um Haie handeln, dunkle Erinnerungen an den RTL-Blockbuster "Haiarlam auf Mallorca" wurden wach.
Aber dann huepften ein paar herumtollende Delphine aus dem Wasser und wieder hinein, sodass die Badegaeste und ich uns dieser froehlichen Tiere in unmittelbarer Strandnaehe erfreuten und das seltene Naturschauspiel beobachteten.
Obwohl einige Badegaeste einfach weiter im tiefen, delphinversaeuchten Wasser blieben, ist nichts passiert (leider, wie wir Sensationstouristen dachten).
Weitaus schlimmer sind da schon die aus Lichtschlaeuchen geformten Weihnachtsrobben- und delphine, die abends an den Laternen angebracht fuer Weihnachtsflair sorgen sollen.
Vielleicht bin ich da ein bisschen durch den nah an der Weihnachtsgeschichte gehaltenen Weihnachtsschmuck aus Deutschland verwoehnt, vielleicht machen Schlitten und Rehntiere im schneearmen Afrika aber auch einfach nicht so viel her wie in Deutschland, ich weiss es nicht...
Was soll's, solange die Delphine sich weiterhin zu den Schwimmern gesellen, duerfen sie auch weiterhin Laternen und Schaufenster besudeln.
Dienstag, 22. Dezember 2009
Kleindeutschland in Afrika
ich bin in Swakopmund und es ist Urlaub pur! Seit nunmehr 6 Tagen nutzen Christoph und ich unsere Sommerferien um am Strand am Atlantik zu liegen, die Namibawueste zu erkunden oder einen Ausflug ins 30km entfernte Walvis Bay zu unternehmen.
Dabei kommt besonders deswegen Urlaubsstimmung auf, weil das Ambiente, also die Strandpromenade, die Einkaufspassagen und vor allem die Besucher stark an einen Mix aus Mallorca und Ruegen erinnern. (Fauna und Flora: Mallorca, Gaeste und Einkaufspassagen: Ruegen)
Es sind fast ausschliesslich Deutsche und Afrikander, also weisse afrikaanssprechende Afrikastaemmige unterwegs, was insofern angenehm ist, als dass man nicht (wie in Windhoek) an jeder Strassenecke um ein paar Dollar angehauen wird. Auch muss man nach Einbruch der Dunkelheit nicht fuerchten ueberfallen zu werden, da der Township weiter ausserhalb liegt.
Swakopmund ist ein echtes Zeugnis deutscher Kolonialgeschichte und Sued-Afrikanischer Besatzung, was anhand der zahlreich vertretenen Kolonialarchitektur und Kriegsdenkmaeler (, die an die deutschen Gefallenen erinnern) und des ausgelagerten Townships unschwer zu erkennen ist.
Irgendwie scheint das heutige Afrika hier noch keinen Einzug erhalten zu haben, was im ach so vorbildlich entwickelten Namibia etwas verwundert.
Nichts desto trotz geniessen Christoph und ich unsere noch verbleibenden Tage bis Neujahr und lauschen noch ein wenig den teils offenkundig, teils versteckten rassistischen Aeusserungen der Einheimischen...
Heil Swakopmund
Samstag, 12. Dezember 2009
Safety First!
Gerade komme ich mit Christoph von unserem allmittaeglichen Kaffeekraenzchen bei "Mugg & Beans" und bin noch voellig irritiert: Sollte ich mir vielleicht auch lieber einen roten Travelrucksack mit integrierter Trinkwasserversorgung zulegen und (!) ihn mir auf die Brust schnallen, damit ich ihn immer im Blick habe? Sandalen mit Vibramsohle und Kahkihosen mit Ripstop kaufen, dazu ein schickes kurzaermliges Baumfaellerhemd (110% atmungsaktiv)? In der einen Hand den Reisefuehrer, in der anderen eine ans Handgelenk gebundene Kamera, insofern sie leichtsinnigerweise ihren Verwahrungsort in der Kameratasche am Guertel verlassen hat? Die verspiegelte Sonnenbrille mit Sicherheitsbaendchen um den Hals tragen?
Aaeh, nein.
Freitag, 11. Dezember 2009
Ab an die Kueste
am Dienstag geht das dann 300km gen Westen!
Nachdem uns unsere deutsche informelle Gastfamilie in ihr Ferienhaus in Swakopmund eingeladen hat, lassen Christoph und ich uns nicht lumpen und werden dieser Einladung am Dienstag gerne nachkommen.
Swakopmund ist mit seinen 32.300 Einwohner keine klassische Grossstadt, hat aber, mehr noch als Windhuk, einen Haufen deutscher Kolonialarchitektur zu bieten, was zugegebenermassen kein Kriterium beim Reiseziel war.
Das Staedtchen liegt zwischen Atlantik und der Namib, der Wueste, der Namibia ihren Namen zu verdanken hat, und hat deswegen ein fuer die namibische Sommerzeit ungewoehnlich kuehles (angenehmes) Klima. Das ist auch einer der Gruende, warum alle Deutsch-Namibier, die es sich leisten koennen, um die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage nach Swakopmund ausschwaermen.
Leider ist nicht nur die Architektur dort sehr deutsch, sondern vor allem auch die Bevoelkerung. Mein Reisefuehrer verraet, dass boese Zungen behaupten Swakopmund sei deutscher als Deutschland.
Christoph und ich stellen uns also auf ein paar wohl klimatisierte Dezemberfeiertage ein und hoffen, dass uns Klein-Deutschland nicht schon nach den ersten Tagen auf die Nerven geht.
Zur deutschen Mentalitaet in Namibia an anderer Stelle mehr...
Gruesse aus dem nie heisser empfundenen Namibia,
Flendrik
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Ueberraschungen bei der Wahl...
... gab es auch beim 5. Wahlgang der namibischen Geschichte keine.
Die Ergebnisse zeigen wohl relativ deutlich, dass in Namibia zwar ein Mehrparteiensystem verfassungsmaessig festgehalten ist, die Namibierinnen und Namibier aber noch immer nicht vergessen haben, wer sie zur Unabhaengigkeit gefuehrt hat.
Allerdings bleiben Zweifel, in wie fern diese Wahl fair verlaufen ist, zumindest die deutsche regierungskritische „Allgemeine Zeitung“ wittert seit (und vor) den Wahlen Betrug. Beispielsweise hat jeder Waehler nach seiner Wahl die Fingerkuppe mit einer speziellen Tinte beschmiert bekommen, die unter ultraviolettem erkennbar sein sollte, damit niemand auf die Idee kommt, doppelt zu waehlen. Scheinbar sind aber doch ein paar ausgeschlafene Waehler auf diese Idee gekommen, da zwei Wahlbezirke nicht gewertet werden konnten, weil es mehr Stimmen als Wahlberechtigte gab. Dazu will eine der Oppositionsparteien „eidestattliche Beweise“ haben, dass die Tinte mit Wasser und Seife abzuwaschen sei.
Dazu kommt, dass die Wahlurnen alle die gleiche Seriennummer hatten, was einen Austauch zumindest ziemlich erleichtert. Schon im Vorhinein sind im Norden des Landes (, der nahezu gaenzlich der SWAPO anhaengt), Wahlurnen gefunden worden, in denen bereits Stimmzettel waren.
Der zwischenzeitliche Stromausfall in einigen Wahllokalen im Norden des Landes setzt dem ganzen noch die Krone auf. Stromausfaelle gab es uebrigens bisher bei jeder Wahl, was den objektiven Wahlbeobachter doch ein wenig skeptisch stimmt.
Hier die Wahlergebnisse:
1. SWAPO: 74,29%
2. RDP: 11.16%
3. DTA: 3,13%
Dank einer Zweidrittelmehrheit und einer ziemlich zerspaltenen Opposition (es gibt in Namibia fuer ca. 800.000 Wahlberechtigte eine Auswahl von ueber 15 (!) Parteien) darf die SWAPO sich also 5 weitere Jahre angenehmsten Gesetzgebungskompetenzen erfreuen.
Es lebe die Demokratie!
Leoparden- und Gepardenfuetterung
Nebenan im Leopardenressort hatte man sich was ganz verruecktes ausgedacht. Es wurde ein Rinderschenkel an einen 3m ueber dem Erdboden befindlichen Ast gedrahtet und dann abgewartet, bis sich einer der Leoparden elegant wie eine Spitzmaus den Baum hoch schlaengelte, um dann noch auf dem Ast den Rinderschenkel zu vernaschen.
Echt stark, diese Raubkatzen!
(Fotos folgen)
Freitag, 4. Dezember 2009
Visumsodyssee (2)
"Studienerlaubnis???", fragt sich der gewiefte Leser jetzt und ist voellig verwirrt.
Wir haben eine Studien- und keine Arbeitserlaubnis beantragt, weil man fuer eine Arbeitserlaubnis beispielsweise die Stellenanzeige einer Zeitung nennen muss, die den Arbeitsplatz anbietet. Da es in Oshipeto und Umgebung aber keine Zeitung gibt, gestaltet sich das ein bisschen schwierig.
Wir duerfen jetzt bis 12.03.2010 hier bleiben und studieren, was erstmal beruhigend ist, wenn auch umstaendlich. Denn direkt nachdem Christoph und ich Ende Februar aus Ghana bzw. Tansania zurueckkommen, geht der ganze Zirkus wieder von vorne los.
Naja, das Leben ist auch in Namibia kein Ponyhof und das Innenministerium kein D-Zug.
In diesem Sinne,
Fredi