Sonntag, 30. August 2009

Gesegnet ins neue Jahr


Nachdem ich vor einigen Wochen durch Weihbischof König in Paderborn gesegnet worden bin, ist mir am heutigen Sonntag auch der Segen meiner Heimatgemeinde mit auf den Weg gegeben worden.
Erst letzte Woche wendete ich mich telefonisch an meine Heimatgemeinde und bin recht spontan in das heutige Gemeindefest mit eingebunden worden. Ich bekam die Möglickeit mich und mein Projekt vor der Gemeinde vorzustellen und wurde zu guter Letzt auch noch mit einem Segen und einem Gastgeschenk, einer Kerze mit Grüßen aus Aplerbeck an die Gemeinde in Namibia, bedacht. Vielen, vielen Dank für die spontane und unbürokratische Unterstützung! Besonders danken möchte ich Frau Keppler, die mir letzte Woche ein offenes Ohr im persönlichen Gespräch geschenkt hat, mich segnete und mir finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde in Aussicht stellt!

Dienstag, 25. August 2009

Mein Projekt


Mein Projekt befindet sich im Norden Namibias an der Grenze zu Angola, also mitten im Busch. Oshipeto besteht aus vereinzelt bewohnten Flächen, Kneipen und dem Oshipeto Convent mit angeschlossenem Kindergarten. Dort werde ich mit Kindern zwischen 5 und 20 Jahren arbeiten. Die breitgefächerte Altersgruppen resultieren aus der nicht allzu starren Schulpolitik im Busch Namibias.
Genauer gesagt werde ich zusammen mit meinem Partner Christoph, den bereits unterrichtenden Lehreren assistieren und später auch selber unterrichten. Unterrichtet wird auf Englisch, obwohl die gängige Sprache im Owamboland - so heißt die Region des nördlichen Namibias - Oshiwambo ist: Ein Mix aus Holländisch, Englisch, Deutsch und Afrikaans.
Da die Schule ein Convent, also ein Kloster ist, kommt hier der religiöse Aspekt im Alltag sicher nicht zu kurz. Auch wenn das auf mich erst mal befremdlich wirkte, nicht zuletzt weil mein "heimischer" Alltag eher wenig mit Jesus und seinen Jüngern zu tun hatte, freue ich mich dennoch darauf. Die afrikanische Kirche ist den Berichten der schon dort gewesenen Deutschen um einiges erfrischender und abwechselungsreicher als der ein oder andere Gottesdienst in Deutschland.
Christoph ist übrigens auch Deutscher und kommt aus Rüthen, nähe Paderborn. Er hat im Mai dieses Jahres seine Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen und hat sich ebenfalls (relativ spontan) für das Projekt in Oshipeto begeistern können. Auch wenn wir nicht die ersten Deutschen/ Europäer sind, die am Alltag in Oshipeto teilhaben dürfen, ist es doch für jede Generation aufs Neue eine Herausforderung ein Jahr ohne konstanten Strom und fließend Wasser auszukommen! Handys, Kameras etc. werden über eine Autobatterie geladen, das Wasser muss morgens frisch aus einem Brunnen geholt werden - aber es funktioniert!
Die Nachmittagsgestaltung setzt sich zusammen aus betreutem Hausaufgaben erledigen und Freizeit, welche sich unter anderem durch Fußballern auszeichnet! :) Da ich aber bisher noch keine allzu konkrete Vorstellung von sonstigen Freizeitmöglichkeiten habe, die es aber zweifelsohne in vielfältiger Weise gibt, werde ich an anderer Stelle zu anderer Zeit noch mal darüber berichten...

Montag, 10. August 2009

Vorbereitungen über Vorbereitungen


Ein Entwicklungsdienst im Ausland ist sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis nicht ganz so unkompliziert, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Zum einen gilt es einen passender Träger, also eine Organisation zu finden, die einen in genau das Land schickt, in dem man sich gerne sozial austoben möchte. Zum anderen hat jede einzelne Organisation individuell gestaltete Bewerbungsverfahren. Die meisten verlangen ein ausführliches Motivationsschreiben, Nachweise über bisheriges soziales Engagement und den Aufbau eines Spenderkreises für das bevorstehende Projekt. Andere ein mehrtägiges Praktikum in einem Dritte Welt-Laden.

Nachdem ich mehrere Wochen damit verbracht habe, mir einen Überblick über die in ganz Deutschland angesiedelten Organisationen zu verschaffen, ging mir der Überblick langsam aber sicher verloren. Wo habe ich schon angerufen? Welche Organisation schließt sich durch meine eigenen Vorstellungen kategorisch aus und welcher Träger bietet den Entwicklungsdienst als "anderen Dienst im Ausland", also als Zivildienst an!? Ganz schön viele Dinge, mit denen man sich auf einmal auseinander setzen muss.

Irgendwann aber stieß ich via Internet auf den Mundus eine Welt e.V., ein Referat des Bistums Paderborn. Mein erstes Gespräch mit Paderborn, genauer gesagt dem Referatsleiter und Vorstandsmitglied Ullrich Klauke, ging dann auch direkt mal in die Hose. Ich leierte meine mittlerweile schon eingebrannte Begrüßung herunter und erfuhr nach den ersten konkreten Fragen von Herrn Klauke, was es heißt unvorbereitet in so ein Gespräch zu gehen.
Andere Träger hatten mich bisher mit "Da werfen Sie am besten erstmal einen Blick auf unseren Internetauftritt..." abgespeist. Das Gespräch mit Ullrich Klauke endete dann aber trotzdem positiv, denn er lud mich zum Vorstellungswochenende nach Paderborn ein. Dort lernte ich dann mein heutiges Projekt kennen, das Oshipeto Convent im Norden Namibias, an der Grenze zu Angola.

Dem folgte neben zahlreichen Treffen mit anderen Freiwilligen, insbesondere den Leuten, die schon in meinem Projekt gearbeitet haben, das fid-Vorbereitungsseminar in Bonn. Die fid (Freiwillige Internationale Dienste) ist eine in Köln ansässige Organisation, die FSJ-tler und andere Freiwillige im Ausland in einem 10 Tägigen Seminar auf die bevorstehende Aufgabe vorbereitet. Ein uneingeschränkt geiler Verein, der weiß was er macht und mir unglaublich wertvolle 10 Tage mit auf den Weg gegeben hat!

Auch wenn ich im Vorhinein kein allzu großer Freund von Seminaren und Selbstfindungsgruppen war, haben sich wirklich alle vorbereitenden Wochenenden, Treffen und Seminare 100%ig gelohnt und mir eine Idee von dem Vermittelt, auf was ich mich da eingelassen habe. Bisher kann ich sagen: „Schöne Sache, ich freu mich drauf!“
J

Dienstag, 4. August 2009

"... und warum ausgerechnet Namibia!?"


... ist meistens die erste und am häufigsten gestellte Frage.
Die Antwort ist nicht sonderlich ruhmreich, denn eigentlich war Namibia gar nicht geplant.
Der Grund dafür ist wahrscheinlich auch der Grund für diese erste Frage. Namibia ist ein recht unscheinbares Land, das in unseren Nachrichten kaum durch Revolutionen, Anarchie oder Bürgerkriege von sich Reden macht. Stattdessen steht es zumindest im geographischen Schatten von Südafrika, mit dem jeder was anfangen kann. Und genau dieses Unscheinbare macht Namibia so interessant, denn es ist ein Land, das seit 1990 seine stabile Demokratie pflegt und im Vergleich mit anderen afrikanischen Ländern sehr sicher ist.
Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir diese Details erst dann aufgefallen waren, als ich schon mit dem Projekt in Namibia vertraut war, also eher Zufall als Kalkül, dass ich höchstwahrscheinlich nicht auf offener Straße erschossen werde.

Mein erstes Ziel für den Zivildienst im Ausland war Australien, der Kontinent der Surfen, der im Einklang mit der Natur lebt und so... Leider musste ich recht schnell feststellen, dass die wenigen Plätze, die eine Zivildienstanerkennung haben, schon lange vergeben waren.
Anschließend liebäugelte ich mit anderen Plätzchen der Erde, zum Beispiel Nord Amerika, oder Kanada. Aufällig ist, dass es mir erstmal so ging, wie vielen anderen auch. "Hauptsache ein Land des Westens, das nach den bekannten Maßstäben zivilisiert ist und einen bodenständigen Job anzubieten hat." Erst als ich merkte, dass gerade in solchen Ländern die Zivildienststellen rahr sind, nahm ich mich auch dem mit unendlich vielen Vorurteilen belasteten Afrika an. Dort ist es -wer hätte das gedacht? - bedeutend leichter an anerkannte Stellen zu kommen.
Es folgte der Kontakt zum Bistum Paderborn bzw. zum Mundus eine Welt e.V., das Bewerbungsverfahren und die Bekanntmachung mit dem Land der Elefanten. Im Nachhinein bin ich froh letztendlich in Afrika gelandet zu sein. Nicht, dass die anderen Länder nicht auch ihre Reize hätten, aber sie sind wie gesagt eher westlich, d.h. entsprechen in groben Zügen dem, was ich schon kenne. Das ist in Namibia sicher nicht Fall!