Samstag, 17. Juli 2010

Kein Herz fuer Rinder

Es gibt wieder Neues aus der nord-namibischen Rinder-Folterkammer.

Vorletzte Woche ist eines dunklen Abends mal wieder ein Prachtrind angekarrt worden, weil Fleisch im Supermarkt teuer und es ohnehin jedesmal unheimlich kurzweilig ist, wenn ein Rind umgebracht wird. Zum Nachteil fuers Rind ist die Fuehrungsetage in Oshipeto neu und kann daher nicht wissen, was beim letzten Mal passierte, als ein Rindvieh in Oshipeto geschlachtet werden sollte.
Damals, kurz nach unserer Ankunft in Oshipeto, versuchte man vergeblich mit einem Luftgewehr, das wohl schon mindestens 4 Generationen gesehen haben muss, den 3cm dicken Schaedel eines Bullen durchzuhauen. Voellig ueberraschend war das nicht gelungen. Stattdessen organisierte man eine Axt und brach dem armen Vieh mit fuenf Hieben den Hals.
Dieses Mal wurde Christoph - gelernter Landwird und Tierfreund - als glorreicher Schuetze auserkohren, um den Abzug zu betaetigen. Clever wie er ist, lehnte er ab. Die Bitte wurde allerdings an ihn herangetragen, da war das neue Ungluecksrind bereits in Oshipeto, genauer gesagt 20m vor unserem Gaestehaus, friedlich grasend und muhend. In den spaeten Nachmittagsstunden gesellte sich das Rind auch gerne paar Meter vor mein Zimmerfenster auf der Rueckseite des Hauses, was stets einen frischen Rinderduft mit sich brachte.

Eines schoenen Morgens hoere ich ploetzlich wildes Galoppieren vor meinem Fenster und frage mich, warum das Rind es ploetzlich so eilig hat. In Oshipeto hat es ausser den Besuchern eigentlich niemand eilig... Heute weiss ich: Es hatte eine Luftgewehrkugel am Kopf und eine Horde aufgebrachter Schwarzer verfolgten es, um es mit letztlich zwei weiteren Kugeln zu erlegen.
Wie der erfahrene Landwirt - und ich dadurch mittlerweile auch - weiss, macht Adrenalin Rindfleisch ungeniessbar. Deswegen werden die Viecher in unseren heimischen Breitengeraden auch hinterruecks und ohne jede Hetzjagd umgebracht. Das erklaert allerdings, warum Fleisch im noerdlichen Namibia meistens heiter bis wolkig schmeckt...
Es war trotzdem wieder faszinierend mit anzusehen, wie die drei Schlaechter das auseinander rupften, hier mal ein Hieb mit der Axt und da mal ein Schlag mit der Machete. Den Hunden hat das umherfliessende Blut augenscheinlich prima geschmeckt.

Fuer Sensationstouristen wie mich, gibt es auf Anfrage jederzeit entsprechende Fotos, gerne auch mit Anleitung fuers Selberausprobieren!


Tate Kalunga neku yam beke!



Es ist mal wieder eine Weile her, dass ich was aus meinem sandigen Buschleben habe verlauten lassen. Shame on me!

Nach den organisatorischen Anstrengungen bezueglich des “Kleider fuer Oshipeto”-Projekts, sind nun wieder andere Aufgaben in den Fokus gerueckt. Der Hausbau bzw. dessen Anstrich und die Planung fuer den Bau einer roemisch-katholische Privatschule in Oshipeto zum Beispiel. Zuerst aber noch ein paar Worte zum Kleider-Projekt:

Letzten Donnerstag hat mein Vater zusammen mit meinen beiden Busenfreunden, David und Constantin, ueber 80 (!) Bananenkartons mit euren Klamotten, Ruecksaecken und vielem anderen, und eine Europalette mit Schulbuechern Richtung Bremen gebracht. De puhre Woohnsinn!
Ein vorerst letztes grosses Dankeschoen an alle Spenderinnen und Spender, die den noch ahnungslosen Kindern warme Sachen und einiges mehr zukommen lassen. Vielen Dank an meine Familie und meine beiden Busenfreunde (David und Constantin), die die eigentliche Arbeit geleistet haben und wahrscheinlich fuer den guten Zweck in ein paar Jahren mehrere Bandscheibenvorfaelle und Hexenschuesse vom vielen Tragen, Heben und Schleppen haben werden.
Vielen Dank auch an meinen Manager und meine Fans, ohne die ich nie so weit… Ich schweife ab.
Tate Kalunga neku yam beke! (Moege Gott mit Euch sein!) :)

Jo. Ansonsten ist unser neues Haeuschen auf bestem Wege bald Kinder zu beherbergen. Der weisse Aussenanstrich ist schon trocken, gruene und gelbe Farbe kommt, sobald sich unsere Finanz-Schwester in Bewegung gesetzt hat, um mit ihrem Pin-Code unsere Spendengelder abzuholen. Christoph und ich haben uns dementsprechend feur die naechsten Tage und Wochen eine alternative Beschaeftigung gesucht.

Die roemisch-katholische Privatschule Oshipeto

Unsere Mentorin, Schwester Magdalena, hat in kurzfristiger Zukunft vor, eine Privatschule in Oshipeto zu errichten. Wie gewoehnlich ist Geld das Hauptproblem, sodass Christoph und ich versuchen, Wege zu finden, das Projekt zu unterstuetzen. Letzten Monat waren wir zu diesem Zweck zum Beispiel bei der deutschen Botschaft, die uns in Aussicht gestellt hat eine finanzielle von hoechstens 250.000Nam$ (ca. 25.000 Euro; schoen uebrigens, dass die Summe im Augenblick in Namibia Dollars festgelegt ist und nicht in Euro...) zu leisten, wenn wir ein gut ausgearbeitetes Konzept vorlegen, welches den Bau, die Kosten, Vorteile, Nachteile und was nicht noch alles umfasst. Diese Woche war schon ein erstes Bauleiter da, dem wir unsere Eckdaten und Vorstellungen versucht haben zu vermitteln. Bis naechste Woche (de Facto also bis ueber-uebernaechste Woche) moechte der steife Baumeister angolanischer Herkunft mit Rasta-Bart ein Angebot vorlegen. Schaunmer mal...