Es gibt wieder Neues aus der nord-namibischen Rinder-Folterkammer.
Vorletzte Woche ist eines dunklen Abends mal wieder ein Prachtrind angekarrt worden, weil Fleisch im Supermarkt teuer und es ohnehin jedesmal unheimlich kurzweilig ist, wenn ein Rind umgebracht wird. Zum Nachteil fuers Rind ist die Fuehrungsetage in Oshipeto neu und kann daher nicht wissen, was beim letzten Mal passierte, als ein Rindvieh in Oshipeto geschlachtet werden sollte.
Damals, kurz nach unserer Ankunft in Oshipeto, versuchte man vergeblich mit einem Luftgewehr, das wohl schon mindestens 4 Generationen gesehen haben muss, den 3cm dicken Schaedel eines Bullen durchzuhauen. Voellig ueberraschend war das nicht gelungen. Stattdessen organisierte man eine Axt und brach dem armen Vieh mit fuenf Hieben den Hals.
Dieses Mal wurde Christoph - gelernter Landwird und Tierfreund - als glorreicher Schuetze auserkohren, um den Abzug zu betaetigen. Clever wie er ist, lehnte er ab. Die Bitte wurde allerdings an ihn herangetragen, da war das neue Ungluecksrind bereits in Oshipeto, genauer gesagt 20m vor unserem Gaestehaus, friedlich grasend und muhend. In den spaeten Nachmittagsstunden gesellte sich das Rind auch gerne paar Meter vor mein Zimmerfenster auf der Rueckseite des Hauses, was stets einen frischen Rinderduft mit sich brachte.
Eines schoenen Morgens hoere ich ploetzlich wildes Galoppieren vor meinem Fenster und frage mich, warum das Rind es ploetzlich so eilig hat. In Oshipeto hat es ausser den Besuchern eigentlich niemand eilig... Heute weiss ich: Es hatte eine Luftgewehrkugel am Kopf und eine Horde aufgebrachter Schwarzer verfolgten es, um es mit letztlich zwei weiteren Kugeln zu erlegen.
Wie der erfahrene Landwirt - und ich dadurch mittlerweile auch - weiss, macht Adrenalin Rindfleisch ungeniessbar. Deswegen werden die Viecher in unseren heimischen Breitengeraden auch hinterruecks und ohne jede Hetzjagd umgebracht. Das erklaert allerdings, warum Fleisch im noerdlichen Namibia meistens heiter bis wolkig schmeckt...
Es war trotzdem wieder faszinierend mit anzusehen, wie die drei Schlaechter das auseinander rupften, hier mal ein Hieb mit der Axt und da mal ein Schlag mit der Machete. Den Hunden hat das umherfliessende Blut augenscheinlich prima geschmeckt.
Fuer Sensationstouristen wie mich, gibt es auf Anfrage jederzeit entsprechende Fotos, gerne auch mit Anleitung fuers Selberausprobieren!