Rückblick auf den Herbst 2009
Ich mal wieder!
Seit wir vor 3 Wochen von Windhuk ueber Oshakati und Oshikuku nach Ruacana und schlussendlich nach Oshipeto gereist sind, hat sich einiges getan:
Zum Visum:
Auch in Namibia ist man Fan von Buerokratie, sodass die Jungs im Innenministerium erst unsere Visumsunterlagen aus Deutschland abwarten, anstatt unserem Antrag durch eine der Schwestern zu entsprechen. Das bedeutet, dass wir Ende November nochmal nach Windhuk juckeln muessen, da unser Touristenvisum dann auslaeuft. Dann hoffentlich koennen wir guten Gewissens mit der Arbeitserlaubnis zurueck gen Oshipeto fahren.
Ruacana (08.09.09 - 25.09.09):
Das beschauliche 1000-Seelendorf Ruacana, das im aeussersten Norden Namibias an der Grenze zu Angola liegt, beherbergte uns fuer knappe zwei Wochen. In dieser Zeit avancierten wir zu waschechten Lehrern; ich in den Faechern Englisch und Computer und Christoph in Computer und Restaurant-Lehre.
Die Zeit war eine echte Pruefung, denn der Norden Namibias ist nochmal was ganz anderes als die dem Westen aehnelnde Region um Windhuk. Hier regiert die fuer Namibia typische endlose Weite und das Buschland, das sich unter der heissen Sonne bis zum Horizont erstreckt und sich nur durch vereinzelt zu sehende Krals und Huettenansammlungen abwechselt.
Ruacana ist daher ein verhaeltnismaessig grosses Dorf mit der besonderen Umstand zum grossen Teil aus Betonhuetten zu bestehen. In eben so einer Huette, von den oertlichen Ordensschwestern zur Verfuegung gestellt, hausten wir und unterrichteten an der knapp 60 Schueler fassenden Privatschule mit Schuelern zwischen 19 und 40 Jahren. Nach diesen zwei Wochen ging es dann endgueltig nach Oshipeto.
Oshipeto (gegenwaertig):
Nachdem wir phasenweise auf den Busch vorbereitet wurden - Oshakati ("Hauptstadt des Nordens"), Oshikuku, Ruacana, Oshipeto - war die Ankunft im stromlosen Oshipeto ueberraschend schoen. Knappe 100 Kinder hatten sich schnell um die Ladeflaeche des Pickups versammelt, mit dem wir hergebracht wurden und sangen tanzend"We are happy that you are here". Ein Spitzenempfang, der auch einer harten Sau wie mir beinahe den Saft in die Augen trieb...
Besonders angenehm war, dass wir in ersten Tagen von zwei Theologiestudentinnen aus Deutschland eingearbeitet wurden, die die vorhergehenden zwei Monate in Oshipeto verbracht hatten.
So hatten wir den Alltag ziemlich schnell raus:
Vormittags betreuen wir den Kindergarten, was sicher zu den nervenzehrendsten Aufgaben des Tages gehoert. Die Kinder schreien, spielen, kloppen und weinen um die Wette und sprechen dabei nur selten kommunikatives Englisch. Alles in allem ist der Job aber lustig, wenn auch manchmal anstrengend!
Mittags bekochen wir uns selbst, bisher allerdings nur mit Nudeln, Eiern und Bockwuerstchen, und relaxen anschliessend.
Nachmittags gehen wir dann zu den Kindern und bespassen diese mit Fussbaellen, Seilchen, Hautmalfarbe oder schlicht unserer Anwesenheit. Bespassung durch Anwesenheit kann ruhig woertlich genommen werden, denn kaum kommt man in Sichtweite der spielwuetigen Kinder zwischen 5 und 17Jahren, hat man 2 Kinder an jedem Bein, 5 an jedem Arm und 17, die einem auf, am oder im Kopf herumspielen und die weisse Haut bewundern. Ein Traum!
Abends stehen dann noch Kartenspiele, Lesen oder das ein oder andere Bier in Okashia auf dem Plan. Okashia ist ein 5km entferntes Dorf und der Ballermann von Oshipeto. Es stehen also 3 kleine Bars aus Beton oder Holz zur Auswahl, in denen man Billiard spielen oder trommelfellzerstoerend laute Musik aus einer Jukebox hoeren kann.
Auch das Waschen per Hand gehoert von nun an zum regelmaessigen Prozedere in Oshipeto. Man glaubt gar nicht wie anstrengend das sein kann! Da machse nix, da musse durch...
Alles in allem aber ein gelungener Start ins Auslandsjahr und den Arbeitsalltag in Namibia.
Soweit aus Oshipeto,
Fredi
Ich mal wieder!
Seit wir vor 3 Wochen von Windhuk ueber Oshakati und Oshikuku nach Ruacana und schlussendlich nach Oshipeto gereist sind, hat sich einiges getan:
Zum Visum:
Auch in Namibia ist man Fan von Buerokratie, sodass die Jungs im Innenministerium erst unsere Visumsunterlagen aus Deutschland abwarten, anstatt unserem Antrag durch eine der Schwestern zu entsprechen. Das bedeutet, dass wir Ende November nochmal nach Windhuk juckeln muessen, da unser Touristenvisum dann auslaeuft. Dann hoffentlich koennen wir guten Gewissens mit der Arbeitserlaubnis zurueck gen Oshipeto fahren.
Ruacana (08.09.09 - 25.09.09):
Das beschauliche 1000-Seelendorf Ruacana, das im aeussersten Norden Namibias an der Grenze zu Angola liegt, beherbergte uns fuer knappe zwei Wochen. In dieser Zeit avancierten wir zu waschechten Lehrern; ich in den Faechern Englisch und Computer und Christoph in Computer und Restaurant-Lehre.
Die Zeit war eine echte Pruefung, denn der Norden Namibias ist nochmal was ganz anderes als die dem Westen aehnelnde Region um Windhuk. Hier regiert die fuer Namibia typische endlose Weite und das Buschland, das sich unter der heissen Sonne bis zum Horizont erstreckt und sich nur durch vereinzelt zu sehende Krals und Huettenansammlungen abwechselt.
Ruacana ist daher ein verhaeltnismaessig grosses Dorf mit der besonderen Umstand zum grossen Teil aus Betonhuetten zu bestehen. In eben so einer Huette, von den oertlichen Ordensschwestern zur Verfuegung gestellt, hausten wir und unterrichteten an der knapp 60 Schueler fassenden Privatschule mit Schuelern zwischen 19 und 40 Jahren. Nach diesen zwei Wochen ging es dann endgueltig nach Oshipeto.
Oshipeto (gegenwaertig):
Nachdem wir phasenweise auf den Busch vorbereitet wurden - Oshakati ("Hauptstadt des Nordens"), Oshikuku, Ruacana, Oshipeto - war die Ankunft im stromlosen Oshipeto ueberraschend schoen. Knappe 100 Kinder hatten sich schnell um die Ladeflaeche des Pickups versammelt, mit dem wir hergebracht wurden und sangen tanzend"We are happy that you are here". Ein Spitzenempfang, der auch einer harten Sau wie mir beinahe den Saft in die Augen trieb...
Besonders angenehm war, dass wir in ersten Tagen von zwei Theologiestudentinnen aus Deutschland eingearbeitet wurden, die die vorhergehenden zwei Monate in Oshipeto verbracht hatten.
So hatten wir den Alltag ziemlich schnell raus:
Vormittags betreuen wir den Kindergarten, was sicher zu den nervenzehrendsten Aufgaben des Tages gehoert. Die Kinder schreien, spielen, kloppen und weinen um die Wette und sprechen dabei nur selten kommunikatives Englisch. Alles in allem ist der Job aber lustig, wenn auch manchmal anstrengend!
Mittags bekochen wir uns selbst, bisher allerdings nur mit Nudeln, Eiern und Bockwuerstchen, und relaxen anschliessend.
Nachmittags gehen wir dann zu den Kindern und bespassen diese mit Fussbaellen, Seilchen, Hautmalfarbe oder schlicht unserer Anwesenheit. Bespassung durch Anwesenheit kann ruhig woertlich genommen werden, denn kaum kommt man in Sichtweite der spielwuetigen Kinder zwischen 5 und 17Jahren, hat man 2 Kinder an jedem Bein, 5 an jedem Arm und 17, die einem auf, am oder im Kopf herumspielen und die weisse Haut bewundern. Ein Traum!
Abends stehen dann noch Kartenspiele, Lesen oder das ein oder andere Bier in Okashia auf dem Plan. Okashia ist ein 5km entferntes Dorf und der Ballermann von Oshipeto. Es stehen also 3 kleine Bars aus Beton oder Holz zur Auswahl, in denen man Billiard spielen oder trommelfellzerstoerend laute Musik aus einer Jukebox hoeren kann.
Auch das Waschen per Hand gehoert von nun an zum regelmaessigen Prozedere in Oshipeto. Man glaubt gar nicht wie anstrengend das sein kann! Da machse nix, da musse durch...
Alles in allem aber ein gelungener Start ins Auslandsjahr und den Arbeitsalltag in Namibia.
Soweit aus Oshipeto,
Fredi