Dienstag, 4. August 2009

"... und warum ausgerechnet Namibia!?"


... ist meistens die erste und am häufigsten gestellte Frage.
Die Antwort ist nicht sonderlich ruhmreich, denn eigentlich war Namibia gar nicht geplant.
Der Grund dafür ist wahrscheinlich auch der Grund für diese erste Frage. Namibia ist ein recht unscheinbares Land, das in unseren Nachrichten kaum durch Revolutionen, Anarchie oder Bürgerkriege von sich Reden macht. Stattdessen steht es zumindest im geographischen Schatten von Südafrika, mit dem jeder was anfangen kann. Und genau dieses Unscheinbare macht Namibia so interessant, denn es ist ein Land, das seit 1990 seine stabile Demokratie pflegt und im Vergleich mit anderen afrikanischen Ländern sehr sicher ist.
Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir diese Details erst dann aufgefallen waren, als ich schon mit dem Projekt in Namibia vertraut war, also eher Zufall als Kalkül, dass ich höchstwahrscheinlich nicht auf offener Straße erschossen werde.

Mein erstes Ziel für den Zivildienst im Ausland war Australien, der Kontinent der Surfen, der im Einklang mit der Natur lebt und so... Leider musste ich recht schnell feststellen, dass die wenigen Plätze, die eine Zivildienstanerkennung haben, schon lange vergeben waren.
Anschließend liebäugelte ich mit anderen Plätzchen der Erde, zum Beispiel Nord Amerika, oder Kanada. Aufällig ist, dass es mir erstmal so ging, wie vielen anderen auch. "Hauptsache ein Land des Westens, das nach den bekannten Maßstäben zivilisiert ist und einen bodenständigen Job anzubieten hat." Erst als ich merkte, dass gerade in solchen Ländern die Zivildienststellen rahr sind, nahm ich mich auch dem mit unendlich vielen Vorurteilen belasteten Afrika an. Dort ist es -wer hätte das gedacht? - bedeutend leichter an anerkannte Stellen zu kommen.
Es folgte der Kontakt zum Bistum Paderborn bzw. zum Mundus eine Welt e.V., das Bewerbungsverfahren und die Bekanntmachung mit dem Land der Elefanten. Im Nachhinein bin ich froh letztendlich in Afrika gelandet zu sein. Nicht, dass die anderen Länder nicht auch ihre Reize hätten, aber sie sind wie gesagt eher westlich, d.h. entsprechen in groben Zügen dem, was ich schon kenne. Das ist in Namibia sicher nicht Fall!


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