Entspannter Einstieg und erste Belastungsproben
Das Katutura State Hospital ist das groesste Krankenhaus landesweit und legt optisch den Verdacht nahe, dass hier bei den Ingeniueren und Architekten der DDR abgeschaut wurde. Das Krankenhaus steht im Township Windhoeks - Katutura (Herero-Sprache: "Der Ort an dem ich nicht bleiben will") und war frueher ein Krankenhaus nur fuer Schwarze. Die Rassentrennung ging so weit, dass man die Kranken in verschiedenen Krankenhaeusern unterbrachte. Heute werden hier schwarze und weisse Patienten gleichermassen aufgenommen, was aber nichts an der deutlich hoeheren Anzahl schwarzer Patienten aendert, die wahrscheinlich daher ruehrt, dass Weisse in Namibia immer noch haeufig zu dem reicheren Drittel der Gesellschaft zaehlen und so Privatkrankenhaeuser vorziehen, die besser ausgestattet sind und ein angenehmeres Ambiente bieten.
So stehe ich nun vor diesem Betonblock und versuche mich mental auf alle moeglichen Szenarien einzustellen, die mich in den kommenden Minuten und Stunden so einholen koennten. In der Eingangshalle stehen ca. 40 Menschen in einer Schlange und warten vor einem Schalter, hinter dem es den Gesundheitspass gibt. Diesen erwirbt man fuer 8 Nam$ (ca. 80 Euro Cent) und hat damit die bestmoegliche Behandlung im Katutura State Hospital in der Tasche.
Ich warte nicht auf den Aufzug, denn aus Erfahrung weiss ich, dass dieser so seine Zeit braucht, bis er sich vom 8.Stock ins Erdgeschoss bequemt hat.
Ich stelle mich wie vereinbart im zweiten Stock bei der Sekretaerin des Senior Super Intendent des Krankenhauses vor und werde einem offensichtlich zufaellig anwesenden Intern zugeteilt. Mein Intern ist eine Sie, ca. 27 Jahre alt und hoert auf den Namen Dr. Olivier. Dr. Olivier ist ziemlich in Eile, bemueht sich aber um den ueblichen Kennenlern-Smalltalk, bevor sie mich in einen abgedunkelten grossen Raum schleppt, in dessen Mitte ein riesiger ovaler Tisch steht, um den sich ca. 30 Aerzte tummeln und einem Referenten lauschen, der die Zuhoererschaft offensichtlich ueber die Erkennung und Behandlung von Epilepsie in Kenntnis setzen will. Die meisten Aerzte sind Schwarz, die aelteren sind maennlich, die meisten jungen Aerzte weiblich, eine weisse Doktorin. Einige stellen Fragen und offenbaren teilweise ein denkbar schlechtes Englisch, einer stellt besonders viele Fragen und flaezt sich anschliessend genuesslich in seinen Sessel und blickt in die Runde, er weiss die Antwort naemlich schon. Auch sein Aeusseres verraet eine Menge Berufserfahrung und sein Laecheln zeugt von dieser wissenden Entspanntheit, wie sie nur leidgeprueften und erfahrenen Aerzten zu eigen ist. Klarer Fall: Er ist das Alphatier im Raum.
Im Anschluss an die Sitzung kommt er auf mich zu, waehrend ich im Kreise einiger junger Aerzte stehe und mich vorstelle, und heisst mich herzlich willkommen, das Ganze auf Deutsch, denn der gute Mann hat doch tatsaechlich in Homburg im Saarland studiert. Sachen gibt das!
Anschliessend eile ich mit Dr. Olivier in den 6.Stock des Krankenhauses und erlebe den allmorgendlichen Rundgang ("Ward Round"), bei dem die diensthabenden Aerzte der voran gegangenen Nacht einem Consultant, also einem dieser wissenden Aerzte, ihre gestellten Diagnosen und Behandlungsvorschlaege mitteilen und diskutieren. Ich verstehe inhaltlich quasi gar nichts, staune aber mit welcher Selbstverstaendlichkeit die Aerzte mit den teilweise abgemagerten und entstellten Patienten umgehen.
Als der Rundgang vorueber ist, verheisst der weitere Tagesplan von Dr. Olivier und mir Spannung: Eine Knochenmarkprobe muss einer Patientin aus dem Hueftknochen entnommen werden. Es ist die Primiere fuer Dr. Olivier, und ich darf zu schauen - uhu! So hasten wir eine Etage tiefer in den 8qm grossen OP-Saal, in dessen Ecke eine junge schlaefrige Frau liegt. Sie leidet unter Anaemie, also unter einem Mangel von roten Blutkoerperchen, woraus ein Mangel an Sauerstoff im Blut folgt. Durch die Entnahme der Knochenmarkprobe kann das Labor hinterher herausfinden, welche Ursache dafuer vorliegt.
Dr. Olivier richtet sich schon mal mit ihrem Operationsbesteck auf einem kleinen Tischchen neben der Patientin ein und verabreicht der Patienten eine Dosis Valium. Ich richte mich schon mal in meiner Ecke ein und erinnere mich an meinen Kreislaufzusammenbruch im letzten Jahr, als man mir einen Kateter legte, um mir irgendeine Fluessigkeit ins Blut zu pumpen.
Dann geht's auch schon los. Unter Anleitung eines erfahrenen Arztes jagt Dr. Olivier der nun schnarchenden Patientin ein paar Spritzen ins Fleisch ueber der linken Pobacke, immer soweit, bis die Nadeln merklich im Knochen stecken. Dann ein kleiner Schnitt mit dem Skalpell und dann... Ja und dann das! Ein Schraubenzieher-ahenliches Teil gleitet vom Op-Tisch in die Hand Dr. Oliviers direkt in die kleine Oeffnung ueber der linken Pobacke. Rotierend stoesst die Spitze immer tiefer durch Fleisch, Fett und Muskeln, bis ein Geraeusch erklingt, das wie brechendes Eis klingt. Als naechstes finde ich mich auf einem Stuhl hinter der Rezeption wieder und merke wie mir abwechselnd heiss und kalt wird, dazu ein leichter Schwindel und Uebelkeit - schoen. Ich merke, dass ich keine Farbe im Gesicht habe und frage eine der Schwestern nach einem Glas Wasser, diese lacht aber nur daemlich und verneint. Als ich gefahrlos aufstehen kann, haenge ich mich unter den naechsten Wasserhahn, trinke und wasche mir das Gesicht. Danach sitze ich wieder einfach nur. Es muessen mindestens schon 15min vergangen sein, seitdem ich aus dem OP gestuerzt bin, aber die Damen und Herren sind immer noch zu Gange. Ich frage mich um wie viele Kilogramm die arme Frau wohl erleichtert wird und merke, dass ich auch eine Dosis Valium gebrauchen koennte. Dann loest sich die Gesellschaft im OP langsam auf und Dr. Olivier fragt mich erstaunt, wo ich gewesen sei. Ich erklaere ihr den Sachverhalt, den sie schlicht mit einem "shame" kommentiert. Anschliessend beruhigt sie mich allerdings und erzaehlt, dass sie bei ihrer ersten aktiven OP-Besichtigung gebrochen habe. Ich verliebe mich einen Augenblick in meinen Intern, bemerke aber, dass es direkt weitergeht.
Ein junger, voellig abgemagerter schwarzer Mann muss einen intravenoesen Schlauch verlegt bekommen, weil sein Koerper die ueberlebenswichtigen Stoffe nicht mehr aus der Nahrung filtert. Der Mann kann kaum noch sprechen, gibt aber durch ein kurzes Zucken im Gesicht zu erkennen, dass ihm das Herumgespritze und Schlauchverlegen weh tut. Ich stehe daneben und komme mir denkbar ueberfluessig vor. Dr. Hamunyela - die Mentorin von Dr. Olivier - ermuntert mich allerdings einen Schritt naeher zu treten und so tue ich wie mir aufgetragen. Irgendwie will der Schlauch nicht dahin, wo er hin soll, deswegen wird jetzt das selbe Prozedere auf der anderen Seite, also der linken Brusthaelfte versucht. Als der Patient seinen Arm nimmt, um den der Aerztin mit der Spritze in der Hand weg zu druecken, verabreicht ihm Dr. Olivier sofort die dritte (!) Dosis Valium, um ihn endlich ruhig zu stellen. Ploetzlich sind seine Pupillen verschwunden und ihm steht nur noch das Weisse in den halb geoeffneten Augen. Dr. Hamunyela stellt fest, dass sein Puls faellt und beauftragt eine der Schwestern den Patienten an ein Sauerstoffgeraet anzuschliessen. Die Schwester stellt trocken fest, dass das Sauerstoffgeraet auf der anderen Seite des Zimmers angebracht ist, daher wird der junge Mann mit all seinem Equitment auf die andere Seite des Zimmers gerollt. Hier wird auch ein Geraet angeschlossen, dass den Blutdruck und die Koerpertemperatur misst. Ich staune, wie ein Mensch mit einer Temperatur von 23,5 Grad leben kann und bekomme erklaert, dass die Temperaturanzeige nicht richtig funktioniert. Dafuer sinkt der Puls stetig, ebenso der Blutdruck. Dr. Hamunyela ordert eine Dosis Adrenalin, bittet aber noch abzuwarten. Erst muesse der Patient geroentgt werden, um festzustellen, was fuer den kritischen Zustand verantwortlich ist. Entweder seien es innere Blutungen oder es sei Luft zwischen den Rippen und einem der Lungenfluegel, die die volle Ausdehnung des Lungenfluegels verhindert und so zu einem Lungenkollaps fuehren kann. Bis das Roentgengeraet aus einer der unteren Etagen angekarrt ist, wird einige Zeit vergehen, und weil es ohnehin schon Zeit fuer mich geworden war, entlassen mich Dr. Hamunyela und Dr. Olivier freundlich in meinen Feierabend.
Ich frage mich, wann fuer die beiden Aerztinnen Feierabend sein wird, ganz zu schweigen von dem Patienten...
Eine lange erste Kette von Erlebnissen am ersten Tag im Katutura State Hospital, aber trotzdem lehrreich und unglaublich spannend. Ich hoffe, das bleibt so!
Das Katutura State Hospital ist das groesste Krankenhaus landesweit und legt optisch den Verdacht nahe, dass hier bei den Ingeniueren und Architekten der DDR abgeschaut wurde. Das Krankenhaus steht im Township Windhoeks - Katutura (Herero-Sprache: "Der Ort an dem ich nicht bleiben will") und war frueher ein Krankenhaus nur fuer Schwarze. Die Rassentrennung ging so weit, dass man die Kranken in verschiedenen Krankenhaeusern unterbrachte. Heute werden hier schwarze und weisse Patienten gleichermassen aufgenommen, was aber nichts an der deutlich hoeheren Anzahl schwarzer Patienten aendert, die wahrscheinlich daher ruehrt, dass Weisse in Namibia immer noch haeufig zu dem reicheren Drittel der Gesellschaft zaehlen und so Privatkrankenhaeuser vorziehen, die besser ausgestattet sind und ein angenehmeres Ambiente bieten.
So stehe ich nun vor diesem Betonblock und versuche mich mental auf alle moeglichen Szenarien einzustellen, die mich in den kommenden Minuten und Stunden so einholen koennten. In der Eingangshalle stehen ca. 40 Menschen in einer Schlange und warten vor einem Schalter, hinter dem es den Gesundheitspass gibt. Diesen erwirbt man fuer 8 Nam$ (ca. 80 Euro Cent) und hat damit die bestmoegliche Behandlung im Katutura State Hospital in der Tasche.
Ich warte nicht auf den Aufzug, denn aus Erfahrung weiss ich, dass dieser so seine Zeit braucht, bis er sich vom 8.Stock ins Erdgeschoss bequemt hat.
Ich stelle mich wie vereinbart im zweiten Stock bei der Sekretaerin des Senior Super Intendent des Krankenhauses vor und werde einem offensichtlich zufaellig anwesenden Intern zugeteilt. Mein Intern ist eine Sie, ca. 27 Jahre alt und hoert auf den Namen Dr. Olivier. Dr. Olivier ist ziemlich in Eile, bemueht sich aber um den ueblichen Kennenlern-Smalltalk, bevor sie mich in einen abgedunkelten grossen Raum schleppt, in dessen Mitte ein riesiger ovaler Tisch steht, um den sich ca. 30 Aerzte tummeln und einem Referenten lauschen, der die Zuhoererschaft offensichtlich ueber die Erkennung und Behandlung von Epilepsie in Kenntnis setzen will. Die meisten Aerzte sind Schwarz, die aelteren sind maennlich, die meisten jungen Aerzte weiblich, eine weisse Doktorin. Einige stellen Fragen und offenbaren teilweise ein denkbar schlechtes Englisch, einer stellt besonders viele Fragen und flaezt sich anschliessend genuesslich in seinen Sessel und blickt in die Runde, er weiss die Antwort naemlich schon. Auch sein Aeusseres verraet eine Menge Berufserfahrung und sein Laecheln zeugt von dieser wissenden Entspanntheit, wie sie nur leidgeprueften und erfahrenen Aerzten zu eigen ist. Klarer Fall: Er ist das Alphatier im Raum.
Im Anschluss an die Sitzung kommt er auf mich zu, waehrend ich im Kreise einiger junger Aerzte stehe und mich vorstelle, und heisst mich herzlich willkommen, das Ganze auf Deutsch, denn der gute Mann hat doch tatsaechlich in Homburg im Saarland studiert. Sachen gibt das!
Anschliessend eile ich mit Dr. Olivier in den 6.Stock des Krankenhauses und erlebe den allmorgendlichen Rundgang ("Ward Round"), bei dem die diensthabenden Aerzte der voran gegangenen Nacht einem Consultant, also einem dieser wissenden Aerzte, ihre gestellten Diagnosen und Behandlungsvorschlaege mitteilen und diskutieren. Ich verstehe inhaltlich quasi gar nichts, staune aber mit welcher Selbstverstaendlichkeit die Aerzte mit den teilweise abgemagerten und entstellten Patienten umgehen.
Als der Rundgang vorueber ist, verheisst der weitere Tagesplan von Dr. Olivier und mir Spannung: Eine Knochenmarkprobe muss einer Patientin aus dem Hueftknochen entnommen werden. Es ist die Primiere fuer Dr. Olivier, und ich darf zu schauen - uhu! So hasten wir eine Etage tiefer in den 8qm grossen OP-Saal, in dessen Ecke eine junge schlaefrige Frau liegt. Sie leidet unter Anaemie, also unter einem Mangel von roten Blutkoerperchen, woraus ein Mangel an Sauerstoff im Blut folgt. Durch die Entnahme der Knochenmarkprobe kann das Labor hinterher herausfinden, welche Ursache dafuer vorliegt.
Dr. Olivier richtet sich schon mal mit ihrem Operationsbesteck auf einem kleinen Tischchen neben der Patientin ein und verabreicht der Patienten eine Dosis Valium. Ich richte mich schon mal in meiner Ecke ein und erinnere mich an meinen Kreislaufzusammenbruch im letzten Jahr, als man mir einen Kateter legte, um mir irgendeine Fluessigkeit ins Blut zu pumpen.
Dann geht's auch schon los. Unter Anleitung eines erfahrenen Arztes jagt Dr. Olivier der nun schnarchenden Patientin ein paar Spritzen ins Fleisch ueber der linken Pobacke, immer soweit, bis die Nadeln merklich im Knochen stecken. Dann ein kleiner Schnitt mit dem Skalpell und dann... Ja und dann das! Ein Schraubenzieher-ahenliches Teil gleitet vom Op-Tisch in die Hand Dr. Oliviers direkt in die kleine Oeffnung ueber der linken Pobacke. Rotierend stoesst die Spitze immer tiefer durch Fleisch, Fett und Muskeln, bis ein Geraeusch erklingt, das wie brechendes Eis klingt. Als naechstes finde ich mich auf einem Stuhl hinter der Rezeption wieder und merke wie mir abwechselnd heiss und kalt wird, dazu ein leichter Schwindel und Uebelkeit - schoen. Ich merke, dass ich keine Farbe im Gesicht habe und frage eine der Schwestern nach einem Glas Wasser, diese lacht aber nur daemlich und verneint. Als ich gefahrlos aufstehen kann, haenge ich mich unter den naechsten Wasserhahn, trinke und wasche mir das Gesicht. Danach sitze ich wieder einfach nur. Es muessen mindestens schon 15min vergangen sein, seitdem ich aus dem OP gestuerzt bin, aber die Damen und Herren sind immer noch zu Gange. Ich frage mich um wie viele Kilogramm die arme Frau wohl erleichtert wird und merke, dass ich auch eine Dosis Valium gebrauchen koennte. Dann loest sich die Gesellschaft im OP langsam auf und Dr. Olivier fragt mich erstaunt, wo ich gewesen sei. Ich erklaere ihr den Sachverhalt, den sie schlicht mit einem "shame" kommentiert. Anschliessend beruhigt sie mich allerdings und erzaehlt, dass sie bei ihrer ersten aktiven OP-Besichtigung gebrochen habe. Ich verliebe mich einen Augenblick in meinen Intern, bemerke aber, dass es direkt weitergeht.
Ein junger, voellig abgemagerter schwarzer Mann muss einen intravenoesen Schlauch verlegt bekommen, weil sein Koerper die ueberlebenswichtigen Stoffe nicht mehr aus der Nahrung filtert. Der Mann kann kaum noch sprechen, gibt aber durch ein kurzes Zucken im Gesicht zu erkennen, dass ihm das Herumgespritze und Schlauchverlegen weh tut. Ich stehe daneben und komme mir denkbar ueberfluessig vor. Dr. Hamunyela - die Mentorin von Dr. Olivier - ermuntert mich allerdings einen Schritt naeher zu treten und so tue ich wie mir aufgetragen. Irgendwie will der Schlauch nicht dahin, wo er hin soll, deswegen wird jetzt das selbe Prozedere auf der anderen Seite, also der linken Brusthaelfte versucht. Als der Patient seinen Arm nimmt, um den der Aerztin mit der Spritze in der Hand weg zu druecken, verabreicht ihm Dr. Olivier sofort die dritte (!) Dosis Valium, um ihn endlich ruhig zu stellen. Ploetzlich sind seine Pupillen verschwunden und ihm steht nur noch das Weisse in den halb geoeffneten Augen. Dr. Hamunyela stellt fest, dass sein Puls faellt und beauftragt eine der Schwestern den Patienten an ein Sauerstoffgeraet anzuschliessen. Die Schwester stellt trocken fest, dass das Sauerstoffgeraet auf der anderen Seite des Zimmers angebracht ist, daher wird der junge Mann mit all seinem Equitment auf die andere Seite des Zimmers gerollt. Hier wird auch ein Geraet angeschlossen, dass den Blutdruck und die Koerpertemperatur misst. Ich staune, wie ein Mensch mit einer Temperatur von 23,5 Grad leben kann und bekomme erklaert, dass die Temperaturanzeige nicht richtig funktioniert. Dafuer sinkt der Puls stetig, ebenso der Blutdruck. Dr. Hamunyela ordert eine Dosis Adrenalin, bittet aber noch abzuwarten. Erst muesse der Patient geroentgt werden, um festzustellen, was fuer den kritischen Zustand verantwortlich ist. Entweder seien es innere Blutungen oder es sei Luft zwischen den Rippen und einem der Lungenfluegel, die die volle Ausdehnung des Lungenfluegels verhindert und so zu einem Lungenkollaps fuehren kann. Bis das Roentgengeraet aus einer der unteren Etagen angekarrt ist, wird einige Zeit vergehen, und weil es ohnehin schon Zeit fuer mich geworden war, entlassen mich Dr. Hamunyela und Dr. Olivier freundlich in meinen Feierabend.
Ich frage mich, wann fuer die beiden Aerztinnen Feierabend sein wird, ganz zu schweigen von dem Patienten...
Eine lange erste Kette von Erlebnissen am ersten Tag im Katutura State Hospital, aber trotzdem lehrreich und unglaublich spannend. Ich hoffe, das bleibt so!
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