Montag, 30. August 2010

"... Schluss aus und vorbei...

... im Leben geht so viel entzwei." Das wusste schon unser aller Vorbild und Vater, Wolfgang Plattenkoenig Petry. In nicht weniger als drei (3) Tagen werde ich in den Flieger steigen und die Heimreise antreten. Dabei bin ich doch gerade erst angekommen! Das versucht mir mein Hirn jedenfalls seit geraumer Zeit einzufluestern...

Die letzten Tage sind ueberhaupt ziemlich komisch. Das grosse Verabschieden geht los. Im Projekt haben Christoph und ich uns bereits verabschiedet. Und weil Abschiede an sich nicht schon grausam genug sind, haben wir noch drei Ziegen gekauft und umbringen lassen. Einfach so. Und ein bisschen auch weil wir mittlerweile wissen, dass das Schlachten von Tieren in Oshipeto, vom Hinrichten bis zum Verspeisen, allseits Freude verbreitet und fuer ausgelassene Feierstimmung sorgt. Die Abschiedsfete war ein dementsprechend gelungenes Fest. Alle 150 Kinder und Jugendliche haben sich irgendwie in Gruppen zusammen gefunden (15 an der Zahl) und gesungen, getanzt und Theater aufgefuehrt, was das Zeug hielt. Zum Schluss haben noch einige der aelteren Kinder und unsere Mentorin ein paar Worte an uns gerichtet, sodass es vom Klos im Hals bis zum Traenenmeer auf Wangen, T-Shirt und Buchse nicht mehr weit war. Alles in allem also eine wirklich schoene Zeremonie.
In Windhoek gilt es jetzt noch bei saemtlichen Schwestern, Familien und Freunden Lebewohl zu sagen, bevor das grosse Begruessen in Deutschland ab Freitag beginnt - einfach herrlich!

Und was bleibt? Das ist ein bisschen die Frage, die im Augenblick ueber allem steht. Die Erinnerungen ans wunderschoene Namibia? Ans traute Oshipeto? An die Herzenswaerme, mit der wir eigentlich durchs ganze Jahr geleitet wurden? Bin ich jetzt ein besserer Mensch!? Ein ganzer Kerl mit der Gelassenheit eines Elefanten und dem Weitblick eines Zebras (oder Gnus)?
Ich weiss das nicht. Ich werde es wohl herausfinden, wenn ich wieder in Deutschland angekommen bin und mich in stillen, lauten, melancholischen und sonstigen Momenten zurueckerinnere...

Bis dahin werde ich einfach weiter stur "Aufwiedersehen" oder "Hallo, schoen wieder da zu sein" sagen und mal schauen, was mir mein Hirn kuenftig ueber Namibia einfluestert.

Auf ziemlich bald,

Fredi

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